Chemtrails & Geoengineering Information & Activism.

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#8760 12/18/13 02:40 PM
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IMPLICC Final Symposium:
The Atmospheric Science and Economics
of Climate Engineering via Aerosol Injections
14-16 May, 2012
Max Planck Institute for Chemistry, Mainz, Germany
http://implicc.zmaw.de/fileadmin/us...ents/final_symposium_agenda_20120508.pdf

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final_symposium_agenda_20120508.pdf (13.79 KB, 297 downloads)
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Location: Heidelberg, Germany

Fourth interdisciplinary summer school on geoengineering
Structure of the 2013 school
The summer school will take place from August 5-9, 2013 at Harvard University. The objectives of the school are to promote interdisciplinary learning, stimulate new researchable ideas and collaborative research projects, and to enable vigorous discussion about the uncertainties and trade-offs faced in decisions about SRM. Students should expect to leave with a nuanced understanding of the current state of knowledge about SRM, with insights from across the natural and social sciences. As such, this year’s summer school will balance formal lectures with active and collaborative activities between students, and it will seek to maximise interaction between students and instructors.
Admission and application
We welcome applications from graduate students, post-doctoral fellows, NGO staff and recently appointed faculty and researchers who have an interest in SRM. The number of participants is limited to 80. We hope to bring new voices and perspectives into the school, in particular from the developing world, so while experience working on geoengineering is preferable it is not mandatory. The first day of the school will have a series of short catch-up lectures and Q&A on all aspects of SRM - natural and social science - allowing everyone to get up to speed.
To apply, please submit a short letter (300 words or less) covering your research interests and an explanation of relevance of this summer school to your research. We request a short letter of recommendation from applicants who are in the first or second year of their graduate studies and who have not attended a previous geoengineering summer school. As there will be many interactive components to the school a good standard of English speaking and comprehension is required for all participants.
Solar Radiation Management: Exploring uncertainties and trade-offs

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1255_Harvard_summer_school_2013.pdf (325.38 KB, 276 downloads)
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Excerpted from "Klima. Das Experiment mit dem Planeten Erde." W. Hauser ed., Deutsche Museum, Munich, Germany, p. 352-369, 2002.


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50.Keith.2002.DeutscheMuseum.s.pdf (4.86 MB, 450 downloads)
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[video:youtube]https://www.youtube.com/watch?v=_CAm17QsEx0#t=21[/video]





"Lesen Sie hier eine Übersetzung des Mitschnitts 'David Keith bei Stephen Colbert'.

Abkürzungen: C = Colbert; K = Keith

C: Mein Gast heute Abend ist ein grauenvoller Wissenschaftler mit einem neuen Buch, das heißt: 'A Case for Climate Engineering'

Bitte heißen Sie mit mir willkommen: David Keith!

Mr. Keith, Dr. Keith, wie mögen Sie es, genannt zu werden?

K: 'Mir passt Mr.'

C: 'Mr. Keith, alles klar, Sie haben ein kleines Buch hier, genannt 'A Case for Climate Engineering'. Wie werden wir den Planeten retten? Denn alle Leute da draußen, sagen, der Planet würde sich aufheizen. Sie glauben das nicht, oder?'

K: 'Aber sicher glaube ich das! Der Planet wärmt sich auf. Und habe - so wie viele andere Menschen - darüber Möglichkeiten nachgedacht, wie man das aufhalten kann.'

C: 'Okay, das meint auch mich als jemanden, der diese kleinen Schweineschwanz-Glühbirnen benutzt?!'

K: 'Mh, das ist eine nützliche Sache, die man machen kann. Ich habe die in meinem Haus. Aber ich denke da an etwas anderes.'

C: 'Okay, gut. Was ist die andere Sache? Denn ich möchte etwas anderes machen als das [die Energiesparlampen].'

K: 'Die andere Sache ist furchteinflößend. Man kann faktisch Schwefelsäure in die Stratosphäre sprühen, 20 km über unseren Köpfen; und das kann man benutzten, um die Aufwärmung der Planeten aufzuhalten.'

C: 'Man kann etwas in die Atmosphäre sprühen....'

K: 'Verschmutzung in die Atmosphäre sprühen, um die Erwärmung aufzuhalten.'

C: 'Zu guter Letzt wird Verschmutzung also alle retten? Wir sind die Schuldigen für die Verschmutzung, für sauren Regen - und das soll jetzt die Entschuldigung dafür sein?'

K: 'Das ist eine technisch völlig unausgereifte Möglichkeit. Es würde Risiken mit sich bringen, es würde uns nicht aus der langfristigen Pflicht nehmen, die Verschmutzung zu beenden - aber es kann faktisch Menschen retten.'

C: 'Okay. Wie funktioniert das? Über wie viele Flugzeuge sprechen Sie dabei? Wie machen Sie das?'

K: 'Naja, lassen Sie uns annehmen, wie beenden die Erwärmung im Jahr 2020. Man müsste mit einer Flotte beginnen, die gerade mal aus 2 oder 3 modifizierten Business-Jets besteht.

[...]

Und man nimmt dafür zum Beispiel in einem Jahr ungefähr 20.000 t von Schwefelsäure in die Stratosphäre - und jedes Jahr nimmt man ein bisschen mehr. Aber das bedeutet langfristig nicht, dass man die Reduzierung von Emissionen vergessen kann. Das werden wir tun müssen.'

C: 'Ach, das machen wir dann vielleicht.... In der Zwischenzeit verschleiern wir die Erde mit Schwefelsäure.'

K: 'Naja, die Leute sind schockiert darüber zu reden, weil sie Angst davor haben, dass uns das davon abhalten könnte, die Emissionen zu reduzieren.'

C: 'Und natürlich auch, dass es sich um Schwefelsäure handelt! Gibt es irgendeine Wahrscheinlichkeit, dass uns das irgendwann wieder einholt? Wir hüllen die Erde ein in Schwefelsäure. Ich meine, wir haben auf der einen das CO2 und dann versprühen wir einfach Schwefelsäure rund um den ganzen Planeten.'

K: 'Richtige Frage. Aber wir bringen heute 15 Millionen Tonnen Schwefelsäure als Luftverschmutzung in die Atmosphäre - und es tötet weltweilt 1 Million Menschen pro Jahr.'

C: 'Und: Ist das gut oder schlecht?'

K: 'Es ist schrecklich.'

C: 'Aber es wäre besser, wenn wir mehr davon ausbringen?!'

K: 'Wir sprechen hier über 1 Prozent davon. Einen ganz kleinen Anteil davon. Wir sollten also den Ausstoß dieser Schwefelsäure verringern .'

C: '....die eine Million Menschen tötet. Das heißt wir fügen 1 Prozent dazu, was dann bedeutet, dass dann 10.000 Leute daran sterben.'

K: 'Sie können Mathe! Aber: Menschen umzubringen ist nicht das Ziel bei der Sache.'

C: 'Okay, Menschen umzubringen ist nicht das Ziel dabei. Ich wollte nur sichergehen!'

K: 'Den Klimawandel tatsächlich so zu reduzieren, dass es den Menschen dieser Generation hilft, Menschen, die heute leben, und für welche es heute keine andere einfache Möglichkeit gibt.'

C: 'Kann man das auch einfach für einen Teil des Planeten machen?'

K: 'So ziemlich den ganzen Planeten.'

C: 'Könnte man einfach sagen, dass man die Situation für die USA verbessern möchte?'

K: 'Das ist sehr schwierig. Es sieht so aus, dass es größtenteils global wirkt. Aber die große Angst ist: Wenn sich verschiedenen Nationen nicht einig sind. Und die große Angst ist, wie man Übereinkünfte finden kann, wie das Thermostat des Planeten kontrolliert wird.'

C: 'Angenommen die USA und China sagen: Ja, wir machen das. Aber Russland und Indien sagen: Wir werden das nicht tun.'

K: 'Das sind die Dinge, wegen derer ich morgens schwitzend aufwache.'

C: 'War das Ganze nicht Ihre Idee?'

K: 'Nein, tatsächlich ist es eine alte Idee. Seit Präsident Johnson. Und die Wissenschaftler entschieden, nicht darüber zu sprechen - aus Angst davor, dass die Aufgabe, Emissionen zu reduzieren, verloren gehen könnte.'

C: 'Was passiert mit der Schwefelsäure, nachdem sie versprüht wurde? Bleibt sie einfach da oben?'

K: 'Nein. Es regnet runter. Aber wie ich schon sagte: Es regnet runter und es ist nur ein kleiner Zusatz zu dem, was wir derzeit schon machen.'

C: 'Machen Sie sich nicht Sorgen dabei, so etwas vorzuschlagen?'

K: 'Natürlich! Es ist als würde man ein Buch schreiben 'Ein Fall für Lepra' (A Case for Leprosy).'

C: 'Haben Sie so eins? Ist das das nächste? Ich meine: Es ist ein großartiger Plan um Gewicht zu verlieren.'

K: 'Aber viele Menschen sind auch froh, dass die Menschen endlich darüber sprechen. Denn obgleich es fürchterlich ist, zeigt sich auch, dass es etwas Gutes tun kann.'

C: 'Könnte ein Individuum damit anfangen?'

K: 'In der Praxis nur ein Land.'

[....]

K: 'Es kann im Grunde nur von größeren Ländern durchgeführt werden. Aber das Problem ist: Wie kann darüber eingekommen werden, wie das Thermostat eingestellt werden soll? Wer entscheidet?

Und mein größter Grund dafür, dieses Buch, über das wir gerade sprechen, zu schreiben, war, dass wir keine guten Entscheidungen treffen werden, die auf Ignoranz beruhen.'

C: 'Also wir haben diese Diskussion jetzt hier. Und das wird unsere letzte Hoffnung. Die Leute können sagen: Hey, wir haben darüber gesprochen. Erinnert ihr euch noch? Er sagte, wir werden das tun.'

K: 'Die schlimmste Art und Weise, Entscheidungen zu treffen, ist, wenn wir alle übereinstimmen [....]'

C: 'Vielleicht passiert es ja gerade jetzt schon. Haben Sie schon diese Flugzeuge da oben gesehen? Die da Contrails (Kondensstreifen) hinter sich führen. Vielleicht sprühen ja all diese Flugzeuge mit den Kondensstreifen tatsächlich jetzt gerade Chemikalien in die Atmosphäre. Und Onkel Sam erzählt uns nichts davon.'

K: 'Das scheint mir sehr unwahrscheinlich.'

C: 'Dass die USA etwas ihren Bürgern nicht sagen? Das scheint mir sehr wahrscheinlich! Lesen Sie die Zeitung!
Ich denke, Sie hatten diese Idee schon in Ihrem Kopf.'

[verabschiedet sich]

Dr., Mr., ich danke Ihnen sehr!"
http://www.sauberer-himmel.de/2013/12/17/prof-david-keith-bei-stephen-colbert-deutsche-ubersetzung/

This guy is permanently under psychotherapy (coaching) to manage the stress he is under from his adversaries. He is not living in a bubble as Dane Wigington uttered. He is very strategic in reaching his goals. The question is: Is he externally controlled? It is like handling with a fanatic. But this characterization leads to nothing. He is the leading head on the surface in this matter. Without the support of powerful persons or groups in the background he would have already given up his plans to bring forward the idea of climate engineering - that is at least my estimate about David Keith.

It is fascinating how he changed the idea of dispersal of nano aluminum to the idea of dispersal of sulphuric acid without even getting red of being ashamed about the contradictory engineering solutions. The first solution gives people alzheimer disease, the second one destroys the woods. And without even getting into it he denies that on the governmental level there is already spraying into the atmosphere underway.

It's like James Bond 007 with the licence to kill.

By David Keith one may suspect that he has a licence to lie whenever he thinks is necessary to enhance this topic of geoengineering.

Last edited by Denglisch; 03/21/16 08:17 AM.
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"GEO-ENGINEERING Wie dieser Harvard-Professor unseren Planeten kühlen will
Die Erde erwärmt sich, allen Klimakonferenzen zum Trotz. David Keith will den Planeten daher künstlich kühlen – und Schwefel in die Atmosphäre pumpen. Der Harvard-Professor sieht sich selbst als Klimaschützer. Kritiker werfen ihm vor, er bediene die Interessen der Kohle- und Öllobby. Ein Interview

Interview: Christian Schwägerl

GEO: Herr Keith, Sie plädieren dafür, die Erde künstlich zu kühlen, um der globalen Erwärmung entgegenzuwirken. Dazu wollen Sie von Flugzeugen aus Schwefelgase in die oberen Schichten der Atmosphäre einbringen. Wenn Sie einen roten Knopf hätten, um das Vorhaben zu starten: Würden Sie ihn drücken?

DAVID KEITH: Nein, nicht jetzt und nicht in der nahen Zukunft. Bevor irgendein Land so etwas startet, braucht die Welt ein ernsthaftes Forschungsprogramm, bei dem wir ermitteln, was die Risiken und Konsequenzen wären.

Wenn nicht einmal Sie die Konsequenzen abschätzen können – warum befürworten Sie dann dieses „Geo-Engineering“?

Ich trete für Forschung ein, nicht für überstürztes Handeln. Ein moderates Kühlprogramm könnte erhebliche Vorteile für uns Menschen bringen, vor allem für die Ärmsten, die einem ungebremsten Klimawandel und den Veränderungen in der Natur, die er mit sich brächte, schutzlos ausgeliefert wären.

Aber Ihre Verschwefelung der Atmosphäre würde die Effekte eines riesigen Vulkanausbruchs nachahmen! Wie wollen Sie da je die Risiken überblicken?

Der Grad an Unsicherheit ist groß, aber nicht überwältigend groß. Wir müssten erkunden, wie sich Schwefelpartikel in der Stratosphäre verhalten, was sie mit der Ozonschicht tun, wie sie die Temperaturen beeinflussen. Und wir müssten untersuchen, ob der zusätzliche Schwefel zu Gesundheitsproblemen auf der Erdoberfläche führt. Binnen weniger Jahre wüssten wir ganz gut Bescheid.


Es wird Effekte geben, die auch das beste Forschungsprogramm nicht vorhersagen kann.

Wir werden immer Risiken abwägen müssen: das Risiko ungebremster Klimaveränderung durch Treibhausgase gegen das Risiko der Kühlgase. Deshalb ist es wichtig, dass das Programm umkehrbar ist. Man müsste langsam anfangen, die Schwefelmengen stetig steigern und dann 2060 bei einer Million Tonnen pro Jahr ankommen. Das ist immer noch bloß ein Achtel des Schwefels, den der Vulkan Pinatubo 1991 ausgestoßen hat. Und trotzdem würde man mit dieser Menge die Erwärmungsrate bereits halbieren. Bei Problemen könnten wir das Programm schrittweise wieder beenden.

Andere Forscher wollen über dem Meer künstliche Wolken schaffen oder im Weltall Spiegel installieren, die das Sonnenlicht reflektieren. Das klingt weniger riskant.

Das Geo-Engineering mit Schwefel erscheint mir als beste Lösung. Denn so lässt sich ein global gleichmäßiger Effekt erzeugen und die Sonneneinstrahlung um etwa ein Watt pro Quadratmeter reduzieren. Wer Wolken schafft, bekommt Regionen, die um 20 Watt reduziert werden und deutlich abkühlen, und andere mit geringerer Reduktion, die heiß blieben. Wie sollen sich die Menschen da jemals einigen?


Viele Menschen haben Vorbehalte dagegen, die natürliche Erdatmosphäre überhaupt technisch zu manipulieren. Können Sie diese Angst denn verstehen?

Es gibt eine andere Sorge, die ich gut verstehe: nämlich die, dass wir Menschen die Natur nur als Mittel zum Zweck benutzen, wenn wir beispielsweise die Atmosphäre als kostenlose Deponie für unsere Abgase nutzen. Wir müssen der Natur einen viel höheren Eigenwert zusprechen.


Was wissen Sie über Geo-Engineering?
Wissenstest: Geo-Engineering (Foto von: Nasa)
Wissenstest: Geo-Engineering
Welche Techniken zur gezielten Klimabeeinflussung werden diskutiert? Welche Rolle spielen Meeresalgen im Klimageschehen? Was ist CCS? Testen Sie Ihr Wissen!


Sie reden vom Eigenwert der Natur. Aber das, was Sie vorhaben, bedeutet doch das Ende der Natur – wenn sogar das Klima von uns kontrolliert wird …

Das klingt ja, als ob ich das alles persönlich machen würde. Ich bin nur ein Wissenschaftler. Und wenn diese Technologie zum Einsatz kommen sollte, dann nur, wenn eine erhebliche Zahl von Regierungen zustimmt. Aber ja, Sie haben recht, es ist ein Paradox: Geo-Engineering kann dazu beitragen, unsere Ökosysteme vor dem Klimawandel zu schützen, aber gleichzeitig macht es die Welt weniger natürlich. Dahinter steckt eine harte Wahrheit: Wirklich unberührte Natur gibt es kaum noch.

Bedeutet Ihnen unberührte Natur etwas?

Sehr viel. Ich war als Jugendlicher mit meinen Eltern, beide Biologen, viel in der Wildnis und habe dabei mitgeholfen, die Auswirkungen des Pestizids DDT auf die Schalen von Vogeleiern zu dokumentieren. Aber wir kommen an der Erkenntnis nicht vorbei: Wir haben die Welt längst verändert, überall. Die Frage lautet jetzt, wie wir mit unserer Verantwortung umgehen und wie wir von der Welt, so wie sie ist, zu der Welt kommen, wie wir sie uns wünschen.

Aus Ihrem Ansatz spricht ein gewaltiger Glaube an Technologie als Lösung.

Ja. Aber meine Pläne werden zugleich von einer tief empfundenen Fürsorge für die Umwelt angetrieben.


Der Professor und der "Dino": Keith erklärt das Gerät, mit dem Wissenschaftler Anfang der 1980er Jahre die chemischen Prozesse in der hohen Atmosphäre zu studieren begannen (Foto von: Ike Edeani)
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Der Professor und der "Dino": Keith erklärt das Gerät, mit dem Wissenschaftler Anfang der 1980er Jahre die chemischen Prozesse in der hohen Atmosphäre zu studieren begannen
Bezeichnen Sie sich als Umweltschützer?

Das sagen so viele Menschen von sich. Und umgekehrt werden Wissenschaftler wie ich gern als „Anti-Umweltschützer“ bezeichnet, nur weil wir uns weigern, den harten Fragen aus dem Weg zu gehen.

Aber sehen Sie sich als Umweltschützer?

Ja, und wer etwas anderes behauptet, redet Bullshit. Bevor ich an die Harvard-Universität kam, habe ich an der Universität von Calgary in Alberta gearbeitet, im Zentrum der kanadischen Teersandregion. Dort habe ich meinen Job riskiert, weil ich mich gegen den Einfluss der Ölindustrie auf die Universitätspolitik gewehrt habe. Seit 25 Jahren stecke ich Zeit und Geld in die Arbeit von Gruppen, die sich für eine Senkung der CO2-Emissionen einsetzen. Ich unterstütze in Harvard die Divestment-Bewegung, deren Ziel es ist, dass Anleger ihr Geld aus den Geschäften mit fossiler Energie abziehen.

Aber mit dem Geo-Engineering können alle, die kein Interesse an einem niedrigeren CO2-Ausstoß haben, sagen: Wird’s zu warm, sprühen wir eben Schwefel!

Einspruch! Geo-Engineering kann uns nur die Zeit verschaffen, um dringend nötige Maßnahmen überhaupt noch zu ergreifen, bevor uns der Klimawandel um die Ohren fliegt. Wer die Erderwärmung nachhaltig bremsen will, kann nicht allein auf eine CO2-Minderung setzen. Das geht nur mit einer Kombination von entschlossener CO2-Minderung, Geo-Engineering und biologischen und technischen Methoden, die der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen.

Wann wollen Sie mit Ihrer Forschung in freier Natur beginnen?

Die Versuche mit einem kleinen Ballon und kleinen Mengen Aerosolen, die ich vor zwei Jahren vorgeschlagen habe, hätten schon längst beginnen sollen.

Ihre Gegner haben das bisher verhindert?

Es ist komplett rückschrittlich, derartige Versuche abzulehnen! Wir planen, ungefähr so viel Schwefel in die Luft auszubringen, wie ein Passagierflugzeug in einer einzigen Minute ausstößt. Der Erkenntnisgewinn aber wäre groß. Ich bin nicht der Ansicht, dass Forscher alles dürfen. Aber wenn Regierungen aus Angst vor dem möglichen Unwohlsein ihrer Wähler unsere Versuche blockieren, dann ist das grundlegend anti-intellektuell. Es wird uns sicher nicht besser gehen, wenn wir weniger wissen.

Aber wenn man mit so einem Feldversuch beginnt, führt rasch eines zum anderen. Dann kommt der nächstgrößere Versuch, und noch einer – eine abschüssige Bahn?

Das wäre nur der Fall, wenn eine Art Geo-Engineering-Industrie entsteht, die aus kommerziellen Interessen die Sache immer weiter vorantreibt und dabei Regierungen überrollt. Ich trete daher dafür ein, privatwirtschaftliche Akteure gar nicht erst zuzulassen und solche Projekte nur durch staatliche Stellen zu betreiben.

Sehen Sie eine Chance für Freilandversuche?

In den USA kommt gerade wieder Bewegung in die Sache. Ich glaube, wir können eher früher als später doch noch starten.

Was macht Sie optimistisch?

Bisher hatten Politiker Angst davor, dass die Umweltbewegung aufbegehren könnte, wenn sie unsere Praxisversuche erlauben. Deshalb war es wichtig, dass sich Anfang 2015 eine der führenden Umweltgruppen der USA, das Natural Resources Defense Council, dafür ausgesprochen hat, die Risiken von Geo-Engineering zu erforschen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass andere Organisationen nachziehen.

Angenommen, der Kühleffekt funktioniert. Was dann?

Dann müssen die Emissionen weiter sinken: Selbst wenn Geo-Engineering die Erde kühlt, versauert das viele CO2 die Ozeane, was große Probleme verursacht.


Die Chemie der Atmosphäre ist komplex. Um sie zu verstehen, schicken Wissenschaftler solche Messgeräte an Ballons nach oben (Foto von: Ike Edeani)
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Die Chemie der Atmosphäre ist komplex. Um sie zu verstehen, schicken Wissenschaftler solche Messgeräte an Ballons nach oben
Und wenn Politiker kühlen – und gleichzeitig fröhlich weiter Öl und Kohle verheizen?

Es müsste einen Club von Ländern geben, die Geo-Engineering ernsthaft erkunden und anwenden. Das wären die Entscheider. Reiche wie arme Länder.

Oha, ein Club der selbst ernannten Entscheider! Es geht um das Weltklima – wäre da nicht ein Konsens der UN-Vollversammlung nötig?

Nein, so ein Projekt ist nicht nur dann legitim, wenn alle Länder der Welt zustimmen. Eine gut ausgewählte Koalition von Geo-Engineering-Ländern könnte sich verantwortungsvoller verhalten als die UN oder die Supermächte. Persönlich vertraue ich den Deutschen sehr. Deutschland, Indonesien, die Philippinen, Australien – eine solche Koalition der Mittelmächte hätte eine hohe Glaubwürdigkeit.

Und wenn Indien es kühler, Russland aber wärmer haben will?

Da entsteht großes Potenzial für internationale Konflikte. Denken Sie an kleine Inselstaaten, die durch den Klimawandel in ihrer Existenz bedroht sind. Geo-Engineering kostet zwar einige Milliarden Dollar, gemeinsam aber können diese Länder ein Kühlprogramm in Gang bringen. Die politische Regulierung des Geo-Engineering ist eindeutig schwieriger als die Technologie.

Oder unmöglich?

Es gibt ja Beispiele gelungener Regulierung, bei Zentralbanken etwa. Geo-Engineering wird uns zwingen, neuartige Formen der internationalen Zusammenarbeit zu entwickeln.

Was würde Sie zu einem Gegner des Geo-Engineering machen?

Wenn wir erkennen, dass wir die positive Wirkung über- und die Risiken unterschätzt haben.

Haben Sie Sorge, dass man Sie und Ihre Kollegen persönlich verantwortlich für schlechtes Wetter und Klimaextreme machen wird?

Ich mache mir, ehrlich gesagt, mehr Sorgen über die Welt von heute. In der die Erderwärmung beginnt, jene Ökosysteme zu zerstören, die ich liebe, und dabei die ärmsten und verletzlichsten Menschen auf der Erde gefährdet. Die Schuld an Wetterextremen der Zukunft sollte man eher bei der Öl- und Kohleindustrie suchen, die planvoll die Risiken des Klimawandels kleinredet und CO2-Reduktionen blockiert.


Interviewer Christian Schwägerl ist mit der Problematik des Geo-Engineering sehr vertraut. In dem Buch "11 drohende Kriege" (mit Andreas Rinke, erschienen 2012) hat er das Szenario eines "Kühlkonflikts" entworfen: Indien und China gemeinsam gegen den Westen.
http://www.geo.de/GEO/natur/oekolog...unseren-planeten-kuehlen-will-82699.html
Source: http://www.sauberer-himmel.de/2016/...vid-keith-mit-moeglichst-vielen-gruenen/


Second picture below:
David Keith, 52, ist Professor für Angewandte Physik und Public Policy an der Harvard-Universität. Neben seiner Forschungsarbeit zum Thema Geo-Engineering verbringt er ein Drittel seiner Zeit im kanadischen Calgary, wo er bei einem Start-up ein anderes Verfahren zum Klimaschutz vorantreibt: CO2 aus der Luft herauszuwaschen (Foto von: Ike Edeani)
© Ike Edeani Foto vergrößern

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Last edited by Denglisch; 03/21/16 08:45 AM.
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Minute 9 Second: 46

David Keith: "(...) Let me say a little bit more about why I think we can not conclude that it is necessary to cut emissions (...)"
Sometimes Keith says what he really thinks. Afterwards he said: "Sorry" Well, for what? For his honesty?

Last edited by Denglisch; 11/09/17 03:37 PM.
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David Keith, Harvard University
“Cutting emissions to zero is necessary to enable a stable climate. It’s possible to make very fast emissions cuts while preserving energy services for the wealthy and increasing access for the poor. However, even the immediate elimination of emissions does not eliminate Institute for Advanced Sustainability Studies climate risks; it simply stops the accumulation of carbon and thus the increase in climate impacts. In my view, solar geoengineering is – at best – a supplement to emissions cuts, not a substitute for them. It is possible that a combination of emissions cuts, carbon removal, and solar geoengineering could provide a significantly safer climate than emissions cuts alone or emissions cuts and carbon removal combined. Possible but unproven. The central political challenge is how to learn more about solar geoengineering – a potentially useful and potentially dangerous technology – given that research will likely be overhyped and exploited by forces opposed to emissions cuts.”
http://www.ce-conference.org/system...e_engineering_conference_2017_en_web.pdf

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