Minute: 15 Second: 10
https://vimeo.com/146383691

Mr Norman Carreck
http://www.sussex.ac.uk/profiles/230460

Dr. Jochen Kuhn
Verhaltensänderungen unter elektromagnetischer Exposition
http://www.bienenarchiv.de/forschung/2005/elmagexp_bienen_05.pdf
http://www.izgmf.de/Aktionen/Meldungen/Archiv_05/bienen/bienen.html

Wolfgang Harst, Jochen Kuhn, Hermann Stever
Can Electromagnetic Exposure Cause a Change in Behaviour?
Studying Possible Non-Thermal Influences on Honey Bees – An Approach within the Framework of Educational Informatics
http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download;jsessionid=18D093AD32EF0C04C99FD87AA8EE0B88?doi=10.1.1.485.5704&rep=rep1&type=pdf

Dr. Jochen Kuhn
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
FB7: Natur- und Umweltwissenschaften
Institut für Naturwissenschaften und Naturwissenschaftliche Bildung
Abteilung Physik
Fortstr. 7
76829 Landau
E-Mail: kuhn@uni-landau.de
https://www.uni-koblenz-landau.de/de/landau/fb7/inb/physikdidaktik/mitarbeiter/jochen-kuhn

Today:
https://www.physik.uni-kl.de/kuhn/mitarbeiter/kuhn/



"Kuhn: Zunächst einmal möchte ich allgemein darauf hinweisen, dass unsere Untersuchungen erstens momentan einen Pilotcharakter aufweisen und zweitens rein explorativ zu verstehen sind. Beides hat zur Folge, dass aus unseren Ergebnissen weder allgemein gültige Schlussfolgerungen gezogen, noch dass sie auf den menschlichen Organismus übertragen werden können. Für eine seriöse Darstellung unserer Studie würde ich Sie bitten, diesen Sachverhalt grundsätzlich zu beachten.

IZgMF: Auf Seite 14 der Dokumentation ist von den Resonanzfrequenzen des Bienenköpers und der Pilzkörper im Bienenhirn die Rede und davon, dass die Bienen mit diesen Frequenzen bestrahlt werden sollen. Beide Frequenzen sind mit (theoretisch) 15 GHz und 375 GHz (siehe Seite 13) jedoch erheblich größer, als die dann tatsächlich verwendete DECT-Frequenz von rund 1,9 GHz. Frage: Da Bienen bei 1,9 GHz offenbar keinen Resonanzeffekt zeigen, warum wurde dann diese Frequenz überhaupt im Versuch gewählt?
Kuhn: Wir wollten in unseren Versuchen grundsätzlich solche Expositionen verwenden, die im Alltag auftreten. Es ist zwar richtig, dass die theoretischen Resonanzfrequenzen sich stark von denen der DECT-Geräte unterscheiden, aber erstens ist das Phänomen der Resonanz "breitbandig" (d.h. auch kleinere oder größere Frequenzen könnten in einem gewissen Rahmen einen - wenn auch geringeren - Resonanzeffekt verursachen). Und zweitens erschien es uns nicht sinnvoll, Frequenzen zu untersuchen, die im Alltag nicht (oder nur ganz selten) auftreten und denen der Großteil der Menschen dann auch nicht ausgesetzt wäre.

IZgMF: Menschen und deren Gehirn sind erheblich größer als Bienen, so dass Menschen bei 1,9 GHz aller Voraussicht nach keine Resonanzeffekte zeigen. Ein auf Resonanzeffekte beruhendes Ergebnis bei den Bienen sollte sich deshalb nicht auf Menschen übertragen lassen. Warum stufen Sie Bienen dennoch als geeignete Bioindikatoren zur Untersuchung der EMF-Expositionswirkung auf Menschen ein?
Kuhn: Grundsätzlich besteht auch in der Bienenwissenschaft Konsens darüber, dass die assoziative Gehirnstruktur von Honigbienen der des Menschen ähnelt, d.h. dass sich die Eigenschaften von Nervenzellen und Synapsen im Bienengehirn nicht grundsätzlich von denen im Gehirn des Menschen unterscheiden. Deshalb werden Bienen auch als Modelllebewesen zur Untersuchung der Auswirkung umweltbedingter Einflüsse auf Funktion und Entwicklung des Gehirns angesehen. Selbstverständlich muss unbedingt berücksichtigt werden, dass jedes Gehirn seine Leistungen im Kontext bestimmter, durch das jeweilige Verhalten geprägter Bedingungen erbringt, sodass Beobachtungen bei Bienen auch keinesfalls ohne weiteres auf Menschen übertragen werden können. Weitere Informationen zu diesem wichtigen Thema finden Sie in der ausgewiesenen Sekundärliteratur (siehe S. 4).

IZgMF: Die Versuchsaufbauten waren räumlich so dicht gepackt, dass die Felder der DECT-Basisstationen auch auf die "unbestrahlten" Völker in nicht unerheblichem Umfang eingewirkt haben müssen. Bei den Kästen in der Mitte des Versuchsaufbaus muss es zwangsläufig zu einer Kumulation der Felder gekommen sein. Frage: Gibt es Messwerte, welche elektrische Feldstärke oder Leistungsflussdichte auf die einzelnen "bestrahlten" und "unbestrahlten" Völker eingewirkt haben und können Sie uns ggf. gemittelte Werte nennen?
Kuhn: Infolge des Pilotcharakters der Studie haben wir zunächst aus praktischen Gründen weder messtechnische Expositionswerte erfasst, noch die Kontrollvölker abgeschirmt. Diese Faktoren sollen in der Folgeuntersuchung dann mit aufgenommen werden.

IZgMF: Auf Seite 16 wird die manuelle Erfassung des Rückfindeverhaltens beschrieben. Frage: Wie lange waren die Bienen - vor ihrer Freisetzung - der DECT-Strahlung ausgesetzt gewesen? Und: Wurden dieselben Bienen, so sie zurück fanden, mehrmals freigesetzt, um eine kumulative Wirkung der Strahlung zu erfassen?
Kuhn: Die erste Bienengruppe (jeweils 25 Exponierte und 25 Kontrollen) wurde fünf Tage nach dem Einbringen der DECT-Telefone ausgesetzt. Danach wurde bis zum Ende der Untersuchung an jedem Folgetag mindestens eine Gruppe ausgesetzt. Die Rückkehrer wurden dem Bienenvolk nicht wieder zugeführt (siehe S. 17).

IZgMF: Wenn, wie Ihr Versuch gezeigt hat, die Lernkompetenz von Bienen unter der Einwirkung von DECT-Feldern leidet, welche denkbaren Folgen könnte dies - (populärwissenschaftlich formuliert) im übertragenen Sinne für uns Menschen haben? Tun auch wir uns beispielsweise beim Erlernen von Fähigkeiten (z. B. Fremdsprachen) schwerer?
Kuhn: Zur Übertragbarkeit der Ergebnisse bei Bienen auf den Menschen allgemein geben meine Ausführungen zu Frage 2 (oben) Auskunft. Zudem erlauben der explorative Charakter und die Pilotierung dieser Studie in der momentanen Phase ohnehin nur die Schlussfolgerung, dass unsere Beobachtungen es lohnenswert erscheinen lassen, die Pilotstudie unter genauer zu definierenden Bedingungen zu wiederholen. Mit den Beobachtungen aus unserer Pilotstudie können also keinerlei Aussagen zu Folgen für den Menschen gemacht werden!!!

IZgMF: Wurden zur Finanzierung der Studie Fremdmittel eingesetzt?
Kuhn: Es wurden keine Fremdmittel zur Finanzierung eingesetzt.

IZgMF: Wie geht's nun weiter? Wird die Uni Koblenz-Landau das Ergebnis mit Folgestudien verifizieren? Haben sich Mobilfunkbetreiber oder Behörden (z. B. Umweltbundesamt oder Bundesamt für Strahlenschutz) bei Ihnen nach Details zur Studie erkundigt, wie war die Resonanz allgemein?
Kuhn: Die Resonanz auf unsere Untersuchung war durchaus bemerkenswert. Neben Radio- und Fernsehsendern waren u.a. verschiedene Pressevertreter, Behörden, Mobilfunkbetreiber und Bürgerinitiativen an der Studie interessiert. Eine Folgestudie ist bereits für Mitte dieses Jahres geplant.

Dr. Jochen Kuhn
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
FB7: Natur- und Umweltwissenschaften
Institut für Naturwissenschaften und Naturwissenschaftliche Bildung
Abteilung Physik
Fortstr. 7
76829 Landau
E-Mail: kuhn@uni-landau.de
Literatur
Untersuchungen an Bienen unter Feldeinwirkung hat es schon früher gegeben. Dr. Ulrich Warnke von der Universität des Saarlandes erforschte viele Zusammenhänge bereits in den 1970er und 1980er Jahren und kam zu dem Schluss: Bienen sind elektro- und magnetosensitiv. Die aus seinen Arbeiten resultierende Literaturliste stellte uns freundlicherweise das h.e.s.e.-project zur Verfügung:
Altmann G., Warnke, U.: Einfluß unipolar geladener Luftionen auf die motorische Aktivität der Honigbienen; Apidologie 2 (4), 309-17 (1971).
Warnke, U.: Neue Ergebnisse der Elektrophysiologie der Bienen; Apidologie 4 (2), 150 (1973).
Warnke, U.: Physikalisch-physiologische Grundlagen zur luftelektrisch bedingten "Wetterfühligkeit" der Honigbiene; Diss., Universität des Saarlandes (1973).
Altmann G., Warnke, U., Paul R.: Physiologisch-ethologische Aspekte der Einwirkung elektrischer Felder auf den Organismus. Vortrag Kolloquium "Bioklimatische Wirkungen luftelektrischer Faktoren", Hygiene Institut, Universität Graz (1974).
Altmann G., Warnke, U., Paul R.: Der Temperaturgang im Bienenvolk als Störungsindikator; Zeitschrift für angewandte Entomologie 78 (2), 150-9 (1975).
Warnke, U.: Insekten und Vögel erzeugen elektrische Felder; Umschau 75 (15), 479 (1975).
Warnke, U., Paul R.: Bienen unter Hochspannung; Umschau 75 (13), 416 (1976).
Altmann G., Warnke, U.: Der Stoffwechsel von Bienen (Apis mellifica L. ) im 50 Hz-Hochspannungsfeld; Zeitschrift für angewandte Entomologie 80 (3), 267-71 (1976).
Altmann G., Warnke, U., Paul R.: Physiological-Ethological Aspects of the Influences of Electric Fields on the Organism; Arch. Met. Geoph. Biokl. 24, 116 (1976).
Warnke, U.: Die Wirkung von Hochspannungsfeldern auf das Verhalten von Bienensozietäten; Zeitschrift für angewandte Entomologie 82 (1), 88 (1976).
Warnke, U.: Die Wirkung von Hochspannungswechselfeldern auf das Verhalten von Bienensozietäten; Mitteilungen der dt. Entomologischen Ges. 35, 105-7 (1976).
Warnke, U.: Die elektrostatische Aufladung und Polarisierbarkeit von Insektenintegumenten; Verhandlungen der Dt. Zoologischen Ges. 70, 332 (1977).
Warnke, U.; Popp, F.A.: Information-Transmission by means of Electrical Biofields; Popp et al. (eds.): Electromagnetic Bio-Information, Urban & Schwarzenberg, München, Baltimore (1978).
Altmann G., Warnke, U.: Über den Einfluß der elektrischen Umwelt auf das Verhalten gekäfigter Honigbienen; Anzeiger für Schädlingskunde Pflanzenschutz Umweltschutz 52 (2), 17-9 (1979).
Warnke, U., Voigt, J.: Von Feldern und Frequenzen; Drehbuch Fernsehfilm im ZDF, Sendung 30 Min. am 31. Mai 1981.
Warnke, U.: Avian Flight Formation with the Aid of Electromagnetic Forces: A New Theory for the Formation Alignment of Migrating Birds; Journal of Bioelectricity 3 (3), 493-508 (1984).
Warnke, U.: Relevanz elektrischer Felder; Die Umschau (6), 336-343 (1986).
Warnke, U., Altmann G.: Thermographie der Honigbienen-Wintertraube unter Einfluß von Hochspannungswechselfeldern; Zeitschrift für angewandte Entomologie 104 (1), 69-73 (1987).
Warnke, U.: Information Transmission by Means of Electrical Biofields Electromagnetic Bio-Information, F.A. Popp, U. Warnke, H. König, W. Peschka (eds.), 2nd edition. Urban & Schwarzenberg, München, Wien Baltimore, 74-101 (1989).
Warnke, U.: Electromagnetic Sensitivity of Animals and Humans: Biological and Clinical Implications; Bioelectrodynamics and Biocommunication M.W. Ho, F.A. Popp, U. Warnke (eds.), World Scientific, Singapore, New Jersey, London, Hongkong, 365-86 (1995)."
http://www.izgmf.de/Aktionen/Meldungen/Archiv_05/bienen/bienen.html


The last sentence of Jochen Kuhn is interesting:
"Eine Folgestudie ist bereits für Mitte dieses Jahres geplant."
"A following study is already planned for the midst of this year." (translated by Denglisch)


https://en.wikipedia.org/wiki/Cryptochrome

Cryptochrome, Birds, magnetic sense
http://www.ks.uiuc.edu/Research/cryptochrome/

Thorsten Ritz, Roswitha Wiltschko, P.J. Hore, Christopher T. Rodgers, Katrin Stapput, Peter Thalau, Christiane R. Timmel, and Wolfgang Wiltschko
Magnetic Compass of Birds Is Based on a Molecule with Optimal Directional Sensitivity
Biophysical Journal 2009 Apr 22; 96(8): 3451–3457.
http://www.worldcat.org/oclc/806379888

Minute: 23 Second: 55
https://vimeo.com/146383691
"The way he tested that was to expose birds to radio frequency fields to see if actually disturb their magnetic campus. And not only failed the radio frequency field indeed disrupt the migration of robins but it did so at very, very low intensity of fields. And that is very important, very interesting. That very low level of radio frequency fields interfere with the robins campus."
Professor Denis Henshaw
Bristol University
http://www.bris.ac.uk/chemistry/people/denis-l-henshaw/overview.html

Humans of also Cryptochromes.

International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection
https://en.wikipedia.org/wiki/International_Commission_on_Non-Ionizing_Radiation_Protection


"Measuring Schumann resonance in and around a city has become absolutely impossible. Electromagnetic pollution from cell phone has forced us to make our measurements at sea." (Dr. Wolfgang Ludwig, Physicist)
Minute 27 Second 37
https://vimeo.com/146383691

Lauren E. Foley, Robert J. Gegear & Steven M. Reppert
Human cryptochrome exhibits light-dependent magnetosensitivity
Nature Communications 2, Article number: 356 (2011)
http://www.nature.com/articles/ncomms1364
http://www.worldcat.org/oclc/809469250

Robin Baker
Human navigation and the sixth sense
New York : Simon and Schuster, 1982, ©1981.
http://www.worldcat.org/oclc/249128263

R. Robin Baker
Human navigation and magnetoreception: the Manchester experiments do replicate
in: Animal Behaviour, Volume 35, Issue 3, June 1987, Pages 691–704
http://www.worldcat.org/oclc/819134661

http://www.powerwatch.org.uk/docs/staff.asp


Dr Andrew Goldsworthy, Imperial College London, Department of Biological Sciences
http://www.bio.ic.ac.uk/research/agold/goldsworthy.htm

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